Optimale Trinkmenge?

Das heiße Wetter lässt uns Menschen schwitzen. Durch die Verdunstung der Flüssigkeit reguliert der Körper erfolgreich seine Temperatur. Die aufgenommene Flüssigkeitsmenge wird hauptsächlich über den Schweiß, den Urin und über den Stuhlgang wieder abgegeben. An heißen Tagen wird der überwiegende Teil verschwitzt. Die Urinmenge wird geringer und der Stuhlgang wird fester, weil beiden Systemen die Flüssigkeit abgezogen wird. Der Körper reguliert so seinen Flüsgkeitshaushalt.

Diesen Vorgang kann jeder an seiner Urinfärbung erkennen. An kühlen Tagen und kräftiger Flüssigkeitszufuhr wird der Urin wasserklar. Heiße Tage und verminderte Trinkmenge färben den Urin im Extremfall bierbraun. In dem Fall sind die löslichen Bestandteile, die von den Nieren als Schadstoffe herausgefiltert werden, im Urin in hoher Konzentration vorhanden. Dies begünstigt die Entstehung von Nierensteinen.

Sommerhitze = Nierensteine

Patienten mit Nierensteinen in der Vorgeschichte sollten gerade an heissen Sommertagen auf eine erhöhte Trinkmenge achten. Aber auch Patienten, die erst gar keine Nierensteine bekommen wollen, sollten vorbeugend auf die hellgelbe Färbung ihres Urins achten und ausreichend über den Tag verteilt trinken.

Das Angebot an Getränken ist groß. Die Getränkeindustrie bietet aus vielen Quellen in Flaschen abgefülltes Wasser an. Wasser in verschiedenen Qualitäten und mit Mineralstoffen versetzt ist heute ein Statussymbol für Gesundheitsbewusstsein, cool und hip. In der urologischen Praxis werden von den Patienten ganz unterschiedliche Trinkmengen berichtet. Während vor allem ältere Patienten wegen fehlendem Durstgefühl zu geringe Mengen trinken, übertreiben es gesundheitsbewusste jüngere Patietnen.

Präzise gesagt ist die optimale Menge an Flüssigkeit täglich so:

8 Gläser oder zwei Liter.

Nur an sehr heissen Tagen oder bei längerer sportlicher Betätigung sollte die über den Tag verteilte Trinkmenge an die drei Liter heranreichen.

Aus bestimmten Geschäftsinteressen wird von der Getränkeindustrie der falsche Eindruck erweckt, dass im Sommer täglich über drei Liter Wasser empfehlenswert sind. Das ist aber nur bei extremer Hitze und außerordentlich langer sportlicher Belastung anzuraten. Zuviel Flüssigkeitsbelastung des Körpers kann auch schädlich sein. Das Herz-Kreislauf-System kann damit überlastet werden. Ein Warnzeichen ist es, wenn  sich das Wasser abends in Füßen und Unterschenkel ansammelt. Dann heisst es Füße hoch, Trinkmenge reduzieren und in den nächsten Tagen den Arzt konsultieren.

Zum Schluß noch ein Gesundheits-Tipp: auch Tee und Kaffee zählen im medizinischen Sinne als Flüssigkeit und tragen trotz ihres Koffeingehalts nicht zur Dehydrierung bei. Ebenso der entsprechende Anteil in unprozessierten Früchten, Gemüsen und Säften. Selbst die Flüssigkeit in der Nahrung ist ein wichtiger Faktor und hilft bei der Gewichtsregulation besser als reines Hungern.